Autor: Dorothee Janssen (Seite 1 von 2)

Maria voll Sorge

Immer sonntags auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum zu unserem Mitbringfrühstück mache ich einen Halt in der Kirche auf dem Hof, um die Pflanzen, die dort überwintern, zu gießen. Dabei sehe ich die noch immer beleuchtete Herberge und den Stall, die seit der Adventszeit in der Kirche aufgebaut sind, die Herberge voll besetzt, im Stall anfangs einige Hirten, Maria und Josef seit Weihnachten, das Christkind seit dem Weihnachtsgottesdienst dazu. Heute fehlt Maria!

Wir hörten doch am Freitag im Nachtgebet eine Weihnachtserzählung aus dem Elsass, da stellte ein kleiner Junge die Krippenfiguren jeden Tag neu auf. An einem Tag fehlte Maria. Der kleine Junge fand des Rätsels Lösung: Maria hat sich in der Welt umgeschaut, um zu sehen, was den kleinen Jesus erwartet, wenn er mal größer ist.

Das hat unsere Krippenfigur Maria wohl auch getan. Am Montag früh war sie wieder bei Josef und dem Jesuskind in unserer Kirchenkrippe.

Ob sie uns berichten wird, was sie erlebt hat auf ihrer Reise im Ruhrgebiet?

In der Weihnachtserzählung flehen und beten Tausend Millionen von Frauen zu Maria:

Du, unser Schutz und Schirm, rette unsere Kinder, rette unsere Welt.
Und sie antwortet: Geht, und ich gehe mit euch. Tut, und ich tue mit euch. Denn nur das was von der Frau kommt, führt in die Liebe zurück.

Ulrike Herrig


Über André Weckmann: https://www.mitwelt.org/andre-weckmann.html

Die Weihnachtsgeschichte ist in dem Büchlein „Hör der Wind bricht alte Reiser“ zu finden. Sie trägt den Titel „Auf den Strassen der Welt“. ISBN 978-3-938823-41-5

Die kfd des Bistums Essen hat 2020 als Jahresmotto: „Frauen, worauf warten wir?“

Maria 2.0

Wir sind Teil des Maria 2.0 Netzwerkes.

Wir informieren uns, geben Raum für interessierte und aktive Frauen und engagieren uns im Austausch mit anderen Frauen. Wir geben einander Mut. Und wir beraten miteinander, was sinnvoll ist und wie wir erfolgreich für Verantwortung von Frauen in der Kirche handeln können. Manche von uns sind in Kirchen aktiv, zwei von uns sind hauptberuflich tätig.

CC BY-ND 4.0

Wenn Sie auch in Maria 2.0 aktiv sind oder Informationen suchen, können Sie sich gerne an uns wenden.

Mache dich auf und werde Licht

Unser ökumenischer Weihnachtsgottesdienst war wieder gut besucht. Vielleicht war es der letzte in dieser Kirche (dazu ein anderes Mal mehr), aber wir wollten Weihnachten feiern und taten das auch.

Mache dich auf und werde Licht,

denn dein Licht kommt.

Wir kommen zusammen und pflegen Gemeinschaft, wir singen und beten und hören einander zu. Wir freuen uns, Gäste zu bewirten. Und wir freuen uns, wenn aus Gästen FreundInnen werden. Wir sind dankbar für die vielen Fähigkeiten, die wir in unserer Gemeinschaft einbringen können – jede Einzelne. Zusammen sind wir eine Gemeinschaft, die stark ist, die Halt und Mut gibt.

Manchmal ist es schwer, etwas auf den Schultern zu tragen und das Ziel nicht zu sehen. Wir wissen ja nicht, wie alles wird. Wir geben, was wir können. Da kommt Weihnachten und wir erfahren, dass wir uns aufmachen und Licht werden, weil in diesem Jesus das Heil der Welt gekommen ist. Wir sind nicht mehr für uns allein. Wir müssen nicht alles alleine tragen. Und: Es ist ein Baby, das als Retter der Welt gefeiert wird. Er wird heranwachsen und ein Mann werden und doch kein Soldat, kein Kämpfer, er wird die fleischgewordene Liebe sein, ein leicht auszublasendes Licht.

Weihnachten 2019

Wir wünschen allen, wirklich allen, eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit!

Ihre Beginenhoffrauen

Gaudete ! 2019

Wir haben vor einer Woche unser Adventsfenster eröffnet. Die Idee dahinter: Die Spirale des Lebens, der Lebensweg, der zwar unübersichtlich ist, aber auf dem nichts schief gehen kann, weil wir in Gottes Hand sind – oder anders gesagt: Wir können vertrauen.

links ein Fenster mit einer Spirale aus Lichterkette, die an einem Punkt aufgehängt ist. In der Scheibe spiegelt sich das Haus gegenüber. Oben an der Wand sind Schindeln zu sehen. Die Mauer ist hell. Am Boden Gestrüpp.
Spirale. An einem Punkt aufgehängt.

Eine von uns hat eine Lichterkette mit bunter Wolle umstrickt. Zu zweit haben wir die Spirale an einem Punkt aufgehängt, so dass die Bögen nicht gleichmäßig verlaufen, sondern immer wieder zu dem einen Punkt zurück kehren. Man kann an dieser Spirale den Weg nur schlecht mit den Augen verfolgen. Die Farben verlaufen im Blick, die Lichtspirale hängt ungleichmäßig – wie im richtigen Leben.

In der Mitte ist ein wolliges Knäuel. Was wird wohl in unserer Mitte sein, wenn wir dort ankommen? Wir denken an eine Wolke. Da bleibt viel Spielraum für eigene Phantasie. Die Eine mag sich endlich hinlegen und ausruhen. Andere denken an eine Wolke und vermuten unsichtbare Engel, die den Lebensweg die ganze Zeit begleiten.

Links neben dem Adventsfenster oder rechts neben dem Eingang zur Kirche steht unser Weihnachtsbaum. Er ist schön bunt geschmückt und leuchtet im trüben Wetter.

Rechteckige Pflasterung, links ein dunkles Gebäude, rechts neben dem Gebäude ein kleiner Weihnachtsbaum, vielleicht 1,50 Meter hoch. Rechts die Häuser des Beginenhofes mt den spitzen Dächern. Hellblauer Himmel, Morgendämmerung.
tapferer, kleiner Weihnachtsbaum

Wir schmücken unsern Hof nicht allein für uns, sondern auch für alle unsere Besucher und Besucherinnen und für Sie, die unsere Website besuchen. Wir wollen Licht in die Welt bringen, denn wir haben selber Licht empfangen. Das wollen wir weitergeben.

Gaudete – Das ist der Name des 3. Adventssonntags. Wir hören im Evangelium, dass Johannes aus dem Gefängnis heraus Jesus fragen lässt, ob er der ist, auf den wir warten. Was dann geschieht, können Sie erahnen 😉

Gaudete ist lateinisch. Latein sprechen wir heute nicht mehr, aber es gibt ein paar Wörter, die wie Zauberworte überliefert werden. Gaudete heißt: Freut euch!

Pierrolo läuteten unseren Advent ein

Nikolaustag 2019 auf dem Beginenhof:

Mit Gitarre, Laute und Gesang spielte das Duo Pierrolo aus der Bretagne Folk und andere Weltmusik, darunter ein italienisches Arbeitskampflied: Bella Ciao.

Pierrolo Korn-Krejci: guitare, chant, bouzouki, lap steel guitar

Sylvia Krejci: chant, guitare

Beide beherrschen ihre Instrumente und den Gesang und harmonieren zugunsten der Musik wunderbar zusammen.

An zwei Stellen wurden sie von Rebekka verstärkt, die mit ihrer wunderbaren Stimme das Publikum verzückte.

Wir hoffen, dass sie im kommenden Jahr wieder bei uns sein werden, denn wir Hoffrauen und alle unsere Gäste waren beglückt, beschenkt (vor der Zeit) und konnten etwas von der Freundschaft und Gastlichkeit bretonischer Kultur spüren, die eine ansteckt und Lust auf mehr macht (mehr Veränderung, mehr Widerstände gegen Konsummismus und Ungerechtigkeit). Wir werden Sie auch darin auf dem Laufenden halten.

Panoramablick aus dem Publikum in den Vortragsraum

Übrigens gab es keinen Eintritt zu zahlen. Am Schluss wurde kollektiert. Wie es in der Kirche üblich ist 😉 Was angemessen ist, wenn man bedenkt, dass ein begeistertes Publikum gerne in die Tasche greift.

Weihnachtspäckchen für Obdachlose

Im vorigen Jahr hatte eine die Weihnachtspäckchen für Obdachlose entdeckt. Wir gingen zu zweit einkaufen, eine packte die Kartönchen und brachte sie gerade noch rechtzeitig in die Annahmestelle im Schauspielhaus und nahm auch am Verteilungsfest in der Rotunde teil.

rotes Packpaier mit unterschiedlichen Mustern, kleine Päckchen mit weißen Schleifen, Stern aus Filz, drei kleine Teile: gehäkeltes Herzchen, roter Tannenbaum aus Filz; ein Tannenzweig.
Was mag da drin sein?

In diesem Jahr ging Eine sorgfältig ausgewähltes Praktisches und Überflüssiges einkaufen, Eine organisierte die Kartönchen, Jede packte ihren Anteil weihnachtlich ein: einige Hygieneartikel, witzige Papiertaschentücher, Zehenwärmer, Tütensuppen (die Hochzeitssuppe isst meine Enkelin auch gern), lösliche Kaffeeportionen, Süßes…

Passt alles in einen Schuhkarton, ein Vermerk „Frauenweihnachtspäckchen“ drauf. Natürlich auch eine Grußkarte „Liebe Unbekannte, die Du Dich beschenken lässt!“ dazu.

Am Samstag bringen wir die drei Päckchen – eine dritte Frau hat auch ein Päckchen gepackt – zum Schauspielhaus. Mal sehen, ob eine oder zwei von uns an der stimmungsvollen, festlichen Weihnachtsfeier für Obdachlose in der Rotunde teilnehmen werden.

Ulrike Herrig

Offenes Adventsfenster am 7. Dezember 2019

Jedes Jahr geschieht in unserer Kirchengemeinde etwas ganz wundervolles! Wir besuchen uns zur Adventszeit einfach mal gegenseitig! Das ganze nennt sich „Offenes Adventsfenster“ und findet in der Nachbarschaft statt. Katholisch und evangelisch gemeinsam! Jeden Tag um 18 Uhr an einem anderen Ort. Man muss nur einen Becher mitbringen. Vor Ort gibt es dann etwas warmes zu trinken und nachdem die Stimmbänder angewärmt sind und man das geschmückte Adventsfenster bewundert hat, singt man zusammen und und hört sich den ein oder anderen besinnlichen Impuls an. So sind die Füße zwar manchmal kalt, aber das Herz wird warm und kann sich auf das Wunder, welches wir jedes Jahr feiern, einstellen.
Wir nehmen auch daran teil und laden Euch herzlich ein für Samstag, den 7.12.19 um 18 Uhr in unserer Kirche!

Klimastreik mit Einschränkungen

Die jungen Menschen, die den Klimastreik aus der #fridaysforfuture Bewegung heraus organisieren, wissen es selber: Es brennt, aber nicht alle können aktiv löschen.

Freitags sind wir auf dem Springerplatz in Bochum dabei. Aber nicht alle. Manche müssen arbeiten oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht. Wir sind über unsere Threema-Gruppe in Kontakt und werden wie beim letzten Streik berichten und uns von anderen berichten lassen.

Was können wir noch tun? Wir sind nicht blauäugig, aber wild entschlossen, denn wir haben drei Kinder vor Augen, die uns tagtäglich durch ihre bloße Anwesenheit mahnen, aktiv enkeltauglich zu leben. Trotzdem fahren die meisten von uns mit dem Auto. Es geht nicht anders, wenn wir nicht zur Schar der Wohnungslosen stoßen wollen. Eine fährt mit dem E-Bike zur Arbeit. Sie leiht sich ein Auto vom Hof, wenn es nicht anders geht. Eine Andere fährt ausschließlich mit Bus & Bahn, mit allen Widrigkeiten, aber auch als Teil einer Öffentlichkeit, die manchen Schreibtischtätern und -täterinnen abgeht.

Was können wir noch tun?

Im Viertel einkaufen,

regional konsumieren,

ausschlafen,

lernen, zuhören, fragen,

teilen (ach ja, wir haben einen Kellerraum, in den alles kommt, was geteilt werden kann, also nicht der Müll, sondern Dinge, die wir abgeben können),

wir bilden in unserem Wohnprojekt eine Gemeinschaft, die das Lernen und Veränderungen leichter machen, denn wir können einander unterstützen.

Lernen von den Schülern und Schülerinnen

In Bochum gibt es an der UNI öffentliche Vorlesungen, die von Fridays For Future organisiert werden. Schon beim letzten Klimastreik waren die Reden der jungen Menschen von den Ladeflächen der LKWs herab sehr lehrreich und sehr beeindruckend. Die haben im Unterricht zugehört und sich schlau gemacht. Ein fetter Dank geht auch an alle Lehrer und Lehrerinnen, die solches Lernen möglich machen. Wir lernen nämlich nicht für die nächste Klausur, sondern für das Leben.

Die belgische Taube

Da machen viele Station auf dem Beginenhof: Pilgergruppen, Prozessionen – und Brieftauben …

Was wuselt da zwischen meinen Füßen und Tisch- und Stuhlbeinen herum und findet zur offenen Terrassentür hinaus? Eine Taube!

Ich schließe die Tür und bin verwundert, dass die Taube sich vor die Glastür setzt und mit dem Schnabel auf Glas und Rahmen pickt, Einlass fordernd zu dem Raum, in dem sie wie in einem Zieltaubenschlag gelandet ist. Eine schöne , dunkle, schmale Taube mit zwei weißen Schmuckfeldern neben dem Schnabel, und beringt ist sie auch. Sie ist beharrlich da.

Blick aus einem Zimmer durch eine geschlossene Glastür auf eine Terasse. Vor der Tür steht eine Taube. Dahinter frische Büsche und eine helle Hauswand mit Fenstern.
c-by-sa-4.0 U. Herrig

Draußen ist es heiß. Ich stelle ihr Wasser und Körner hin.

Als meine Tochter zu Besuch kommt, gelingt es mir, die Taube im Grüngebüsch der Zitronengeranie einzufangen. Die Tochter liest die Zahlen auf den Ringen. Eine Telefonnummer in Belgien. Wir sprechen dort aufs Band. Aus dem Rückruf auf meinem Band entziffere ich „Wasser und Futter“ und „danke“ …

Der Taubenverein schlägt vor, die Taube in einem Karton einzufangen. Ein nahewohnender Taubenvater meldet sich auf Vermittlung. Die Taube lässt sich nicht einfangen, sitzt deutlich sichtbar auf dem nächsten Dachgipfel, jeden Morgen wieder, und macht sich durch Klopfen an der Terrassentür bemerkbar, stärkt sich an Wasser und Körnern.

Nach etwa 14 Tagen sehe ich sie nicht mehr bei meinem morgendlichen Blick über die Dächer. Sie war wohl zum Weiterflug bereit nach der Ausruhrunde auf dem Beginenhof. „Gutes Ankommen!“ schicke ich ihr nach!

Ulrike Herrig

Die kalte Jahreszeit naht

Wenn der Winter kommt, müssen die Pflanzen aus unseren Vorgärten in Sicherheit gebracht werden. Manches wird umgepflanzt und Überflüssiges auf den Kompost gebracht. Am Fuß der Kellertreppe findet Eine eine Kröte im Blätterhaufen. Aus eigener Kraft kommt sie die Treppe nicht mehr hoch. Wir haben anderswo Ecken für Igel und Insekten angelegt. Aber Treppen sind für manche Tiere eine Falle. Eine trägt die Kröte zu einer Wiese. Sie verschwindet zwischen Gräsern und Büschen und wir hoffen, dass sie weiß, was sie tut. Es ist eine Erdkröte. Sie wird ein Winterquartier finden. Hauptsache, sie passt beim Überqueren der Straße auf (wenn es sein muss).

Auf Manches haben wir Einfluss, aber grade im Umgang mit Tieren und Pflanzen sind uns Grenzen gesetzt. Wir tun was wir können. Trotzdem wird auch in diesem Winter etwas erfrieren. Wir können die Natur nicht kontrollieren. Zum Beispiel diese Erdkröte. Wir hoffen, dass sie überlebt.

Mit Vorbereitungen für die Advents- und Weihnachtszeit haben wir schon begonnen. Am 7. Dezember um 17 Uhr ist bei uns Adventsfenstereröffnung. Wir müssen noch putzen und basteln, Ideen zusammentragen für die Fenstergestaltung und schauen, wer was vorbereiten kann. Auch der Weihnachtsgottesdienst beschäftigt uns bereits. Wir denken über Lieder und Ideen nach. Wer kommen wird, wissen wir nicht. Wir laden alle ein. Wir machen Plakate und schreiben Einladungen. Wir mailen und twittern. Wir hoffen, dass alle gut durch den Winter kommen. Auch dazu wollen wir das Unsrige tun.