Der Pachtvertrag ist aufgelöst

Im Januar 2021 ist der Erbpachtvertrag zwischen der Pfarrei Liebfrauen, Altenbochum, und dem Beginen Heute e.V. zur Nutzung der Maximilian Kolbe Kirche aufgelöst. Dem ging ein langer Prozess des Ringens um eine Lösung voraus. Wir mussten feststellen, dass wir die monatlichen Kosten nicht so wie ursprĂŒnglich geplant gemeinsam tragen können. Wir sind auf dem Beginenhof Bochum weniger Frauen als nötig sind, um einen fĂŒr alle tragbaren Geldbetrag leisten zu können. Einige Jahre haben wir uns nach der Decke gestreckt. Aber nun sind wir, wenn auch schweren Herzens, von dieser Verpflichtung befreit. In den letzten Wochen haben wir den Abschied von „unserer“ Kirche gestaltet. Wir haben aufgerĂ€umt und geputzt, gesichtet und beraten. Wir haben dort ein letztes Mal gebetet (diesmal, wie es der Zeit entspricht, ohne Gesang).

Wir danken allen, die uns in dieser schwierigen Zeit begleitet und beraten haben.

Nun beginnt eine neue Zeit. Wir bleiben unserer christlich-spirituellen und frauenbewegten Ausrichtung treu. Nach einer Zeit des Durchatmens werden wir sehen, wie es fĂŒr uns weitergehen kann. Dann wird es, und das sehen wir deutlich, neue Wege geben. Wir werden berichten und freuen uns darauf.

Der Erlöser – unerwartet

Das Weihnachtsfest, an dem wir gerade 2020 Maß nehmen, ist

die Geschichte

  • von der VerkĂŒndigung
  • von der Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth
  • der Herbergssuche
  • der GĂ€ste im Stall
  • vom Kindermord
  • von der Flucht.

Ein Beispiel aus der Liste:

Die Weisen aus dem Morgenland sind auf der Suche nach dem neugeborenen König und suchen ihn natĂŒrlich im Palast. Sie sind schon in der richtigen Richtung unterwegs. Aber die Schriftgelehrten finden heraus, dass sie ihn in Bethlehem suchen mĂŒssen.

Die Bilder der Weihnachtsgeschichte sind im Ursprung dicht und ein Wunder an Ideen.

In diesem Jahr werden wir Weihnachten noch seltener in der Kirche feiern, aber auch nicht mit dem rauschenden Familienfest, das in unsere Kultur als Bild fĂŒr Weihnachten eingeprĂ€gt ist. Wir werden mit 2 Haushalten Weihnachten feiern und alle Wege und Ideen nutzen, die uns sinnvoll erscheinen, die Weihnachtsbotschaft zu verkĂŒnden:

Es gibt Geschenke

Mechthild

Unserer leere Kirche

Das Sonnenlicht fÀllt strahlend durch die Fenster in den offenen Raum und lÀsst die Staubkörner in der Luft tanzen.

Ich sitze in einem Stuhlkreis, aber alle anderen StĂŒhle sind leer. Sie stehen im Abstand von 2 m zueinander und bilden so einen sehr großen Kreis, der viel Raum zum Atmen lĂ€sst – aber auch eine vielleicht eher unerwĂŒnschte Distanz spĂŒren lĂ€sst.

WĂ€hrend ich hier sitze und der Stille lausche, sehe ich am Boden die hereingewehten Samenwolken der Pappeln. Es ist sehr still und vielleicht sogar ein bisschen einsam.

Meine Augen schweifen von Stuhl zu Stuhl und plötzlich sehe ich die Frauen dort sitzen, wie wir in der letzten Hofrunde voneinander gehört und berichtet haben, wie wir gelacht haben und wie wir kurze Zeit spĂ€ter gebannt der Musik von Carina und Kati gelauscht haben. Ich erinnere, wie wir Gedanken ausgetauscht und uns von unseren Sorgen berichtet haben. Mindestens genauso prĂ€sent ist es mir, wie wir uns gegenseitig berichten konnten, wie gut es uns trotz allem hier geht. In mir entsteht ein warmes und wohliges GefĂŒhl der NĂ€he. Die Melodien der Musik klingen mir in den Ohren und ich höre, wie draußen schon wieder Kinderlachen erklingt.

Ich sitze in einer leeren Kirche, die fĂŒr mich doch so voller Leben ist. Im Moment ist unsere Kirche nicht nur Kirche, sondern ein lebendiger Raum der Begegnung in diesen merkwĂŒrdigen Zeiten.

Claudia

„Leben nach historischem Vorbild“ – Neues Ruhr-Wort

Ulrike Beckmann hat uns fĂŒr das Neue Ruhrwort interviewt. Der Beitrag ist in der Ausgabe 6. Jahrgang, Nummer 43 vom 26. Oktober 2019 erschienen.

Frau Beckmann hat die Stimmung auf unserem Hof sehr gut widergegeben. Der Bericht ist sehr persönlich und erzÀhlt neben unserer Verletzlichkeit im Persönlichen auch unsere StÀrken in der Gemeinschaft. Leider muss auch hier die Sorge um den Erhalt unserer Kirche thematisiert werden. Finanziell können wir sie nicht halten, aber sie bedeutet uns und unserer Umgebung viel. Da geht es uns nicht anders als vielen GlÀubigen im Bistum Essen.