Jetzt wird ’s ernst

Die Ersten kommen aus dem Urlaub zur√ľck. Wir haben in den letzten Wochen wie wild Anfragen beantworten m√ľssen. Interessant, wer so alles hier wohnen m√∂chte. Alle wollen sie hierhin. Wir wollen mal wieder raus. Oder zumindest mehr Gemeinschaft haben d√ľrfen.

Unter strengen Auflagen findet das Bundesbeginentreffen Ende August in Haus Neuland in Bielefeld statt. Diesmal wird die Keyspeakerin Friederike Oberheim von Fridays For Future kommen und uns geht ein bisschen die Muffe, dass unsere beiden Delegierten den Kopf gewaschen bekommen werden. Divers wie wir sind, essen wir auch mal gern Pommes mit Currywurst, aber wir merken schon, dass das nicht nur lustig ist. Unsere Fokussierungen sind unterschiedlich und widersprechen sich. Wir werden oft gefragt, was wir denn so sozial f√ľr den Stadtteil oder die Fl√ľchtlinge machen. Es ist nicht leicht zu erkl√§ren, dass wir nicht als Ganzes aktiv sind, sondern als Einzelne oder in kleinen Einheiten – je nach unseren St√§rken und Interessen.

Bei aller Diversit√§t m√ľssen wir uns die Frage stellen, was wir angesichts der Klimakrise als Verein und Gemeinschaft tun. In Vorbereitung des Bundesbeginentreffens gehen wir in Klausur mit folgenden Impulsen, die zum Handeln f√ľhren werden:

  • Was aktiviert mich?
  • Was hindert mich?
  • Was trage ich bei?
  • Was brauche ich?

Wir sammeln unsere Beiträge in einem Onlinepad und Sie können sich gerne daran beteiligen: https://pad.luki.org/p/Klimaschutz . Oder Sie hinterlassen uns einen Kommentar. Wie auch immer: Wir machen ernst mit Klimaschutz. Versprochen.

Herbsttagung in Essen

Am 17. Oktober 2020 findet in Essen im Hotel Franz РFranz-­Sales-­Haus Рeine Tagung statt zur Ge­schich­te der histo­ri­schen Be­gi­nen. Mit vier Re­fe­rent­innen, die da­zu in­tensiv ge­forscht ha­ben, wer­den in­teres­sante As­pekte vor­ge­stellt, die mit der heu­tigen Praxis in Be­zie­hung ge­setzt werden.

Die Referentinnen:

  • Dr. Magdalena Bless, CH Z√ľrich „His¬≠to¬≠rische Be¬≠ginen in der Schweiz“
  • Paul Marchal, BE Hasselt „Be¬≠gi¬≠nen im eu¬≠ro¬≠p√§¬≠ischen Ver¬≠gleich“
  • Dr. S. Ringler, DE Essen „Ein Be¬≠ginen¬≠leben in Deutsch¬≠land um 1400“
  • Begine Brita Lieb, DE Fulda „His¬≠torisches im Heute“ stel¬≠len die¬≠se The¬≠men¬≠viel¬≠falt ein¬≠zeln vor.
    Die an¬≠schlie¬≠√üen¬≠de Po¬≠di¬≠ums¬≠dis¬≠kus¬≠sion mit den Teil¬≠nehmer¬≠*innen kl√§rt Fra¬≠gen zur Ge¬≠schich¬≠te der Be¬≠gi¬≠nen als er¬≠ste au¬≠to¬≠nome Frau¬≠en¬≠be¬≠we¬≠gung und be¬≠r√§t √ľber Re¬≠ali¬≠sie¬≠run¬≠gen im Heu¬≠te.

Quelle: https://www.dachverband-der-beginen.de/veranstaltungen#treffen

Programm Flyer zum download, der Link f√ľhrt auf die Seite des Dachverbandes

Anmeldung zum download, der Link f√ľhrt auf die Seite des Dachverbandes

Salbe vom Beginenhof

Die Ringelblumen ‚Äď kleine Sonnen ‚Äď f√ľhlen sich hier auf dem Beginenhof sehr wohl und haben sich √ľber die Jahre an vielen Stellen vermehrt ‚Äď auch dank dem Einsatz einiger G√§rtnerinnen.

Sie begl√ľcken uns mit unterschiedlichen Farben und lange w√§hrender Bl√ľtezeit.

Die kleinen Sonnen erfreuen mein Herz und begleiten mich schon viele Jahre.

Dieses Jahr war es wieder soweit ‚Äď die Bl√ľten luden mich ein, einige davon zu pfl√ľcken und zu einer Salbe zu verarbeiten. Besonders bei kleineren Wunden und Hautproblemen biete sie gerne ihre Hilfe und Unterst√ľtzung an. Es gibt noch das eine oder andere Cremed√∂schen.


Pfl√ľcke an einem sonnigen Tag die ge√∂ffneten Bl√ľten,
f√ľlle sie lose in ein Schraubgef√§√ü
und √ľbergie√üe sie mit einem guten √Ėl.
Lass das Gefäß ca. 2 Wochen in der Sonne stehen und bewege es regelmäßig.
Die Bl√ľten von dem √Ėl trennen und das Ringelblumen√∂l
mit Wachsplättchen und Wollwachsfett erwärmen,
gut verr√ľhren
und fertig ist eine wunderbare Ringelblumensalbe.

Was der Volksmund schon wusste:

‚ÄěDen Bl√ľtenbl√§ttern wird eine st√§rkende Wirkung auf das Herz und eine heilende auf verletzte Seelen nachgesagt, wenn sie zur Mittagszeit gepfl√ľckt werden‚Äú

‚ÄěUnd M√§dchen, die die Bl√ľten mit ihren blo√üen F√ľ√üen ber√ľhren, sollen dadurch in die Lage versetzt werden, die Sprache der V√∂gel verstehen zu k√∂nnen‚Äú

Wer mag es ausprobieren?

Karin Seidel

Masken auf dem Hof und ein ungelöstes Problem

Wir haben unsere eigene Masken-Designerin und sind gut ausgestattet.

Schnauze
Falte
Gummi
Bänder
groß
klein

Wir sind eine Wohltat f√ľr unsere Umgebung, halten Abstand und waschen uns die H√§nde. Aber ein Problem haben wir noch nicht gel√∂st: Was ist mit denen, die ohne Mimik nicht kommunizieren k√∂nnen? Als erste meldeten Geh√∂rlose das Problem an. Bei genauerem Hinsehen fallen einem noch √§ltere Menschen, Fremdsprachler, Kinder und Menschen mit Einschr√§nkungen im intellektuellen Bereich ein. Uns fehlt der pers√∂nliche Kontakt, die Ber√ľhrung. Wir merken auch, dass unsere Kontakte umfangreich sind. Wir h√∂ren, sehen, f√ľhlen, schmecken, riechen und bringen das alles in unsere soziale Kontaktpflege ein.

Es gibt Anleitungen f√ľr Masken mit Kunststofffenster. Eine davon habe ich getestet und bin zu dem Schlu√ü gekommen, dass das keine L√∂sung ist.

no mask pride

Zwar ist das Mundbild zu sehen, aber leider ist die Mimik komplett verhunzt, weil es kein vertrautes Gesichtsbild gibt. Dann doch lieber Schnauze, meine Lieblingsform. Die riecht schon ein bisschen wie die Schmusedecke von Linus. Aber im Ernst: Wir suchen weiter nach einer menschenfreundlichen Lösung. Wenn Sie was wissen, kommentieren Sie bitte.


Ein paar Links:

https://www.quarks.de/gesellschaft/wissenschaft/was-man-ueber-schutzmasken-in-zeiten-von-corona-wissen-muss/

https://www.sputnik.de/podcasts/audio-1382950_zc-7be4dc25_zs-375e8a9c.html
Was Corona mit unserer Psychologie macht. Hier Folge 15: Maske.

Mastodon und Pixelfed

Seit April 2020 haben wir einen Account in dem föderativen, dezentralen Netzwerk Mastodon auf dem Knoten des LUKi e.V.: @beginenhofbochum@kirche.social

Mastodon ist ähnlich wie Twitter ein Microblogging-Netzwerk. Im Unterschied zu Twitter gibt es bei Mastodon viele Server. Man kann sich registrieren und austauschen und diejenigen Server blocken, die zerstörerisches Gedankengut verbreiten. Die Bandbreite der Server ist riesig und es werden ständig mehr.

Unsere Fotos veröffentlichen wir nach und nach auf einem Knoten des föderativen Fotonetzwerkes Pixelfeld: https://pixelfed.de/beginenhofbo

Halleluja! 2020

Der Herr ist auferstanden.

Wir haben von der Gemeindereferentin unserer Pfarrei Osterkerzen f√ľr alle auf dem Hof bekommen und die meisten haben sich ihre Kerzen geholt oder sich einfach gefreut, eine zu bekommen. Wir haben sogar zweimal am Ostersonntag gesungen: Einmal mit dem Flashmob um 10.15 Uhr und einmal um 11.00 Uhr. Jede, wie sie kann und alle miteinander.

Die Sonne schien den ganzen Tag wunderbar, am blauen Himmel erschienen nach und nach Wolken, weiße Wolken, aber es regnete nicht. Hier und da tauchten Ostergaben auf. Man kann nur vermuten, wo die alle herkamen (da sind wohl einige von uns Frauen auf eine ähnliche Idee gekommen). Mancher Schoko-Marienkäfer schmolz im Briefkasten vor sich hin.

Mit vielen anderen Christen folgten wir dem Aufruf, den Ostergru√ü mit Kreide auf den Hof (auf die Stra√üe, auf den B√ľrgersteig) zu schreiben.

„K√∂nnen Sie unter diesen Bedingungen √ľberhaupt Ostern feiern?“ fragen manche erstaunt. Wir sehen auch das unterschiedlich. Wie auch immer ist Ostern ja kein Happyend. Darum dauert die Osterzeit 40 Tage, genau so lange wie die Fastenzeit, und endet mit dem Pfingstfest.

Mut zu Neuem, in welchen Ordnungen auch immer. Es braucht Zuversicht, Krisen aller Art √ľberwinden zu wollen. Und es braucht dazu in √∂sterlichem Licht den Segen der Verhei√üungen Gottes, die gr√∂√üer sind und Kr√§ftigeres bewirken, als es durch alle √Ąngste und N√∂te f√ľr m√∂glich gehalten wird.

Bischof Overbeck, Osterpredigt 12. April 2020

Wir sind dankbar f√ľr Ermutigungen und gute Nachrichten. Aber nat√ľrlich sind wir nicht blau√§ugig. Wir wissen um die Not der Fl√ľchtlinge und der Obdachlosen und der Kranken und der vielen Menschen, die nun zur Gruppe der Gef√§hrdeten geh√∂ren. Wir engagieren uns wo und wie wir k√∂nnen, jede auf ihre Weise und mit ihren Mitteln. Und unterwegs, so hoffen wir, begegnet und Christus, der Auferstandene. Wir erinnern uns an diesem Ostermontag an das Evangelium von den Emmausj√ľngern und teilen einander in einer Threema-Gruppe Bilder von unseren Auferstehungserfahrungen mit. Wem diese Erfahrung fehlt, kann ruhig an den Erfahrungen der anderen teilnehmen. Wir eilen wie die Frauen, die vom Grab aus nach der Weisung des Engels zu den J√ľngern rennen. Nur dass wir nicht rennen. Es sind 2000 Jahre seit Ostern vergangen. Ungef√§hr. Aber unruhig sind wir schon. Es gibt Vieles, das wir ver√§ndern wollen. Die Welt soll eine bessere werden. Es tut gut zu wissen, dass Christus mit uns geht – mit jeder auf ihrem Weg.

Der Herr ist auferstanden!

Wir und Social Media

Wir haben Zeit in unseren 4 Wänden und schauen mal, was es so gibt im Bereich Social Media. Wir suchen freie (nicht kostenfreie), datenschutzkonforme Wege, mit anderen in Kontakt zu kommen. Mit Twitter haben wir schon gut Erfahrungen gemacht, aber das ist uns nicht frei genug.

Seit dem 2. Ostersonntag in der Pandemie 2020 sind wir bei Mastodon.

Mastodon

Und setzen unsere Fotos nach und nach bei Pixelfeld online.

Beide Plattformen bieten ihren Code √∂ffentlich zum Download an. Jeder Mensch kann sich selber einen Knoten aufsetzen und so zur Vernetzung beitragen. Wer mag, kann √ľbersetzen helfen oder als Grafikerin einen Beitrag zur Versch√∂nerung der Seiten leisten. Auch die Anleitungen k√∂nnen von Nicht-ITlerinnen formuliert werden. Es ist wie die Beginenbewegung, nur digital.

Gebet am Gr√ľndonnerstag

Wir sind alle in unseren Wohnungen. Aber Gebetsimpulse gibt es genug. Wir lesen in Abschnitten die Abschiedsrede Jesu an seine J√ľnger aus dem Johannesevangelium. Wir nutzen die Texte der Bibel in gerechter Sprache.
Jede sucht sich einen Ort der Ruhe.
Unsere Gemeinschaftsvorlage ist diese:

Eine Nacht des Wachens

Beginn 21 Uhr

Eröffnung:    Gott, Mutter und Vater, wir beten und wachen in dieser Nacht.
Du bist uns nah und wir sind dir nah.
Wir erinnern uns und wir hören lesend auf dein Wort.

Johannes 13, 31-35
Taizelied Jesus, remember me

3 Minuten Stille
Johannes 14, 1-10 
Taizelied Aber du wei√üt den Weg f√ľr mich¬†

3 Minuten Stille
Johannes 14, 15-17, 27-31

Sinfonie aus Händels Salomon 
Danach beginnt die Stille, keine Musik mehr bis in der Osternacht.

Taizelied Nada te turbe

3 Minuten Stille
Johannes 15, 9-17

Taizelied In manus tuas pater

3 Minuten Stille
Johannes 16, 12-15, 20-22

Taizelied Beh√ľte mich Gott

3 Minuten Stille
Johannes 16, 25-33

Taizelied Bleibet hier und wachet mit mir 

3 Minuten Stille
Nach seiner Abschiedsrede und dem Gebet f√ľr seine J√ľnger und die Welt, geht Jesus gemeinsam mit seinen J√ľngern auf die andere Seite des Kidrontales, wo er verhaftet wird.

Wir beten den Psalm, mit dem er sterbend am Kreuz zitiert wird:
Psalm 22             
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist, so wie jetzt und Allezeit und in Ewigkeit. Amen. 

Taizelied Bleibet hier und wachet mit mir 


Die Sinfonia aus H√§ndels Salomon, die wir als Element gew√§hlt haben, k√∂nnen Sie beispielsweise hier h√∂ren, aber dann √ľbermitteln Sie Daten an Youtube. Oder Sie leihen Sich bei uns die ganze Oper auf 2 CDs.

Wir sind quasi √Ėttep√∂tten

Wenn Sie wissen wollen, was das soll, sollten Sie das hier hören:

Ein Italienurlaub in Finnland. Dies ist ein Link zum Kinderkanal Kakadu.

Der Coronavirus h√§lt uns Zuhause und wir h√∂ren viel Podcasts. Es gibt viele gute Angebote, man lernt viel, irgendwann ist der Kopf mehr als voll. Wir sind das Stressige ja gewohnt, aber jetzt? Das Gehirn will Futter. Wir sehen weniger Menschen, h√∂ren weniger Krach und schauen erstaunt zum Himmel hoch, wo neuerdings mehr zu sehen ist (nur keine Flugzeuge). Wir finden B√ľcher. Jetzt haben wir Zeit zum Lesen. Und ab heute gilt das auch f√ľr die Sch√ľler und Sch√ľlerinnen, denn die haben Ferien. Kein Home-Schooling ūüėČ mehr. Auch f√ľr die Eltern eine Erleichterung.

Liegt es eigentlich am Coronavirus und seinen Auswirkungen, dass es nachts wieder kalt ist?

Masken oder nicht?

Wir k√∂nnen Ihnen da auch nicht weiterhelfen. Wir sind selber v√∂llig √ľberfordert. Was kann man tun? Wie gesagt: Wir sind quasi √Ėttep√∂tten (Haben Sie das H√∂rspiel (s.o.) schon genie√üen k√∂nnen?). Wir sind, die wir sind. Anderen Beginenh√∂fen geht es nicht anders. Sie singen abends um 19 Uhr von ihren Balkonen, z√ľnden Kerzen an und stellen sie in ihre Fenster. So Sachen eben.

Es passiert etwas. Vielleicht werden wir bald eine neue Nachbarin haben. Es macht Freude, sich √ľber den Gartenzaun hinweg mit 2 Metern Abstand zu unterhalten. Wir haben bereits einige Tomatenpfl√§nzchen f√ľr das Hochbeet. Wir probieren Videochats aus, da wir uns im Gemeinschaftsraum nicht treffen k√∂nnen zur Zeit. Dadr√ľber m√ľssen wir diskutieren, denn es gibt Skype (pfui, kein Datenschutz) und Zoom (schlechte Presse) und Jitsi (kann nicht mehr als 5 Teilnehmer vertragen) und Big Blue Button (muss man sich f√ľr anmelden, nein, bitte, nicht noch ein Konto).

Sie merken wahrscheinlich schon, dass Ihnen das hier auch nicht weiterhilft. √Ėttep√∂tten, sag ich nur.

Wenn Sie Tipps f√ľr sch√∂ne H√∂rspiele oder Podcasts haben, schreiben Sie die ruhig in einen Kommentar.