Salbe vom Beginenhof

Die Ringelblumen – kleine Sonnen – fĂŒhlen sich hier auf dem Beginenhof sehr wohl und haben sich ĂŒber die Jahre an vielen Stellen vermehrt – auch dank dem Einsatz einiger GĂ€rtnerinnen.

Sie beglĂŒcken uns mit unterschiedlichen Farben und lange wĂ€hrender BlĂŒtezeit.

Die kleinen Sonnen erfreuen mein Herz und begleiten mich schon viele Jahre.

Dieses Jahr war es wieder soweit – die BlĂŒten luden mich ein, einige davon zu pflĂŒcken und zu einer Salbe zu verarbeiten. Besonders bei kleineren Wunden und Hautproblemen biete sie gerne ihre Hilfe und UnterstĂŒtzung an. Es gibt noch das eine oder andere Cremedöschen.


PflĂŒcke an einem sonnigen Tag die geöffneten BlĂŒten,
fĂŒlle sie lose in ein SchraubgefĂ€ĂŸ
und ĂŒbergieße sie mit einem guten Öl.
Lass das GefĂ€ĂŸ ca. 2 Wochen in der Sonne stehen und bewege es regelmĂ€ĂŸig.
Die BlĂŒten von dem Öl trennen und das Ringelblumenöl
mit WachsplÀttchen und Wollwachsfett erwÀrmen,
gut verrĂŒhren
und fertig ist eine wunderbare Ringelblumensalbe.

Was der Volksmund schon wusste:

„Den BlĂŒtenblĂ€ttern wird eine stĂ€rkende Wirkung auf das Herz und eine heilende auf verletzte Seelen nachgesagt, wenn sie zur Mittagszeit gepflĂŒckt werden“

„Und MĂ€dchen, die die BlĂŒten mit ihren bloßen FĂŒĂŸen berĂŒhren, sollen dadurch in die Lage versetzt werden, die Sprache der Vögel verstehen zu können“

Wer mag es ausprobieren?

Karin Seidel

Masken auf dem Hof und ein ungelöstes Problem

Wir haben unsere eigene Masken-Designerin und sind gut ausgestattet.

Schnauze
Falte
Gummi
BĂ€nder
groß
klein

Wir sind eine Wohltat fĂŒr unsere Umgebung, halten Abstand und waschen uns die HĂ€nde. Aber ein Problem haben wir noch nicht gelöst: Was ist mit denen, die ohne Mimik nicht kommunizieren können? Als erste meldeten Gehörlose das Problem an. Bei genauerem Hinsehen fallen einem noch Ă€ltere Menschen, Fremdsprachler, Kinder und Menschen mit EinschrĂ€nkungen im intellektuellen Bereich ein. Uns fehlt der persönliche Kontakt, die BerĂŒhrung. Wir merken auch, dass unsere Kontakte umfangreich sind. Wir hören, sehen, fĂŒhlen, schmecken, riechen und bringen das alles in unsere soziale Kontaktpflege ein.

Es gibt Anleitungen fĂŒr Masken mit Kunststofffenster. Eine davon habe ich getestet und bin zu dem Schluß gekommen, dass das keine Lösung ist.

no mask pride

Zwar ist das Mundbild zu sehen, aber leider ist die Mimik komplett verhunzt, weil es kein vertrautes Gesichtsbild gibt. Dann doch lieber Schnauze, meine Lieblingsform. Die riecht schon ein bisschen wie die Schmusedecke von Linus. Aber im Ernst: Wir suchen weiter nach einer menschenfreundlichen Lösung. Wenn Sie was wissen, kommentieren Sie bitte.


Ein paar Links:

https://www.quarks.de/gesellschaft/wissenschaft/was-man-ueber-schutzmasken-in-zeiten-von-corona-wissen-muss/

https://www.sputnik.de/podcasts/audio-1382950_zc-7be4dc25_zs-375e8a9c.html
Was Corona mit unserer Psychologie macht. Hier Folge 15: Maske.

Mastodon und Pixelfed

Seit April 2020 haben wir einen Account in dem föderativen, dezentralen Netzwerk Mastodon auf dem Knoten des LUKi e.V.: @beginenhofbochum@kirche.social

Mastodon ist Àhnlich wie Twitter ein Microblogging-Netzwerk. Im Unterschied zu Twitter gibt es bei Mastodon viele Server. Man kann sich registrieren und austauschen und diejenigen Server blocken, die zerstörerisches Gedankengut verbreiten. Die Bandbreite der Server ist riesig und es werden stÀndig mehr.

Unsere Fotos veröffentlichen wir nach und nach auf einem Knoten des föderativen Fotonetzwerkes Pixelfeld: https://pixelfed.de/beginenhofbo

Halleluja! 2020

Der Herr ist auferstanden.

Wir haben von der Gemeindereferentin unserer Pfarrei Osterkerzen fĂŒr alle auf dem Hof bekommen und die meisten haben sich ihre Kerzen geholt oder sich einfach gefreut, eine zu bekommen. Wir haben sogar zweimal am Ostersonntag gesungen: Einmal mit dem Flashmob um 10.15 Uhr und einmal um 11.00 Uhr. Jede, wie sie kann und alle miteinander.

Die Sonne schien den ganzen Tag wunderbar, am blauen Himmel erschienen nach und nach Wolken, weiße Wolken, aber es regnete nicht. Hier und da tauchten Ostergaben auf. Man kann nur vermuten, wo die alle herkamen (da sind wohl einige von uns Frauen auf eine Ă€hnliche Idee gekommen). Mancher Schoko-MarienkĂ€fer schmolz im Briefkasten vor sich hin.

Mit vielen anderen Christen folgten wir dem Aufruf, den Ostergruß mit Kreide auf den Hof (auf die Straße, auf den BĂŒrgersteig) zu schreiben.

„Können Sie unter diesen Bedingungen ĂŒberhaupt Ostern feiern?“ fragen manche erstaunt. Wir sehen auch das unterschiedlich. Wie auch immer ist Ostern ja kein Happyend. Darum dauert die Osterzeit 40 Tage, genau so lange wie die Fastenzeit, und endet mit dem Pfingstfest.

Mut zu Neuem, in welchen Ordnungen auch immer. Es braucht Zuversicht, Krisen aller Art ĂŒberwinden zu wollen. Und es braucht dazu in österlichem Licht den Segen der Verheißungen Gottes, die grĂ¶ĂŸer sind und KrĂ€ftigeres bewirken, als es durch alle Ängste und Nöte fĂŒr möglich gehalten wird.

Bischof Overbeck, Osterpredigt 12. April 2020

Wir sind dankbar fĂŒr Ermutigungen und gute Nachrichten. Aber natĂŒrlich sind wir nicht blauĂ€ugig. Wir wissen um die Not der FlĂŒchtlinge und der Obdachlosen und der Kranken und der vielen Menschen, die nun zur Gruppe der GefĂ€hrdeten gehören. Wir engagieren uns wo und wie wir können, jede auf ihre Weise und mit ihren Mitteln. Und unterwegs, so hoffen wir, begegnet und Christus, der Auferstandene. Wir erinnern uns an diesem Ostermontag an das Evangelium von den EmmausjĂŒngern und teilen einander in einer Threema-Gruppe Bilder von unseren Auferstehungserfahrungen mit. Wem diese Erfahrung fehlt, kann ruhig an den Erfahrungen der anderen teilnehmen. Wir eilen wie die Frauen, die vom Grab aus nach der Weisung des Engels zu den JĂŒngern rennen. Nur dass wir nicht rennen. Es sind 2000 Jahre seit Ostern vergangen. UngefĂ€hr. Aber unruhig sind wir schon. Es gibt Vieles, das wir verĂ€ndern wollen. Die Welt soll eine bessere werden. Es tut gut zu wissen, dass Christus mit uns geht – mit jeder auf ihrem Weg.

Der Herr ist auferstanden!

Wir und Social Media

Wir haben Zeit in unseren 4 WĂ€nden und schauen mal, was es so gibt im Bereich Social Media. Wir suchen freie (nicht kostenfreie), datenschutzkonforme Wege, mit anderen in Kontakt zu kommen. Mit Twitter haben wir schon gut Erfahrungen gemacht, aber das ist uns nicht frei genug.

Seit dem 2. Ostersonntag in der Pandemie 2020 sind wir bei Mastodon.

Mastodon

Und setzen unsere Fotos nach und nach bei Pixelfeld online.

Beide Plattformen bieten ihren Code öffentlich zum Download an. Jeder Mensch kann sich selber einen Knoten aufsetzen und so zur Vernetzung beitragen. Wer mag, kann ĂŒbersetzen helfen oder als Grafikerin einen Beitrag zur Verschönerung der Seiten leisten. Auch die Anleitungen können von Nicht-ITlerinnen formuliert werden. Es ist wie die Beginenbewegung, nur digital.

Gebet am GrĂŒndonnerstag

Wir sind alle in unseren Wohnungen. Aber Gebetsimpulse gibt es genug. Wir lesen in Abschnitten die Abschiedsrede Jesu an seine JĂŒnger aus dem Johannesevangelium. Wir nutzen die Texte der Bibel in gerechter Sprache.
Jede sucht sich einen Ort der Ruhe.
Unsere Gemeinschaftsvorlage ist diese:

Eine Nacht des Wachens

Beginn 21 Uhr

Eröffnung:    Gott, Mutter und Vater, wir beten und wachen in dieser Nacht.
Du bist uns nah und wir sind dir nah.
Wir erinnern uns und wir hören lesend auf dein Wort.

Johannes 13, 31-35
Taizelied Jesus, remember me

3 Minuten Stille
Johannes 14, 1-10 
Taizelied Aber du weißt den Weg fĂŒr mich 

3 Minuten Stille
Johannes 14, 15-17, 27-31

Sinfonie aus HÀndels Salomon 
Danach beginnt die Stille, keine Musik mehr bis in der Osternacht.

Taizelied Nada te turbe

3 Minuten Stille
Johannes 15, 9-17

Taizelied In manus tuas pater

3 Minuten Stille
Johannes 16, 12-15, 20-22

Taizelied BehĂŒte mich Gott

3 Minuten Stille
Johannes 16, 25-33

Taizelied Bleibet hier und wachet mit mir 

3 Minuten Stille
Nach seiner Abschiedsrede und dem Gebet fĂŒr seine JĂŒnger und die Welt, geht Jesus gemeinsam mit seinen JĂŒngern auf die andere Seite des Kidrontales, wo er verhaftet wird.

Wir beten den Psalm, mit dem er sterbend am Kreuz zitiert wird:
Psalm 22             
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist, so wie jetzt und Allezeit und in Ewigkeit. Amen. 

Taizelied Bleibet hier und wachet mit mir 


Die Sinfonia aus HĂ€ndels Salomon, die wir als Element gewĂ€hlt haben, können Sie beispielsweise hier hören, aber dann ĂŒbermitteln Sie Daten an Youtube. Oder Sie leihen Sich bei uns die ganze Oper auf 2 CDs.

Wir sind quasi Öttepötten

Wenn Sie wissen wollen, was das soll, sollten Sie das hier hören:

Ein Italienurlaub in Finnland. Dies ist ein Link zum Kinderkanal Kakadu.

Der Coronavirus hĂ€lt uns Zuhause und wir hören viel Podcasts. Es gibt viele gute Angebote, man lernt viel, irgendwann ist der Kopf mehr als voll. Wir sind das Stressige ja gewohnt, aber jetzt? Das Gehirn will Futter. Wir sehen weniger Menschen, hören weniger Krach und schauen erstaunt zum Himmel hoch, wo neuerdings mehr zu sehen ist (nur keine Flugzeuge). Wir finden BĂŒcher. Jetzt haben wir Zeit zum Lesen. Und ab heute gilt das auch fĂŒr die SchĂŒler und SchĂŒlerinnen, denn die haben Ferien. Kein Home-Schooling 😉 mehr. Auch fĂŒr die Eltern eine Erleichterung.

Liegt es eigentlich am Coronavirus und seinen Auswirkungen, dass es nachts wieder kalt ist?

Masken oder nicht?

Wir können Ihnen da auch nicht weiterhelfen. Wir sind selber völlig ĂŒberfordert. Was kann man tun? Wie gesagt: Wir sind quasi Öttepötten (Haben Sie das Hörspiel (s.o.) schon genießen können?). Wir sind, die wir sind. Anderen Beginenhöfen geht es nicht anders. Sie singen abends um 19 Uhr von ihren Balkonen, zĂŒnden Kerzen an und stellen sie in ihre Fenster. So Sachen eben.

Es passiert etwas. Vielleicht werden wir bald eine neue Nachbarin haben. Es macht Freude, sich ĂŒber den Gartenzaun hinweg mit 2 Metern Abstand zu unterhalten. Wir haben bereits einige TomatenpflĂ€nzchen fĂŒr das Hochbeet. Wir probieren Videochats aus, da wir uns im Gemeinschaftsraum nicht treffen können zur Zeit. DadrĂŒber mĂŒssen wir diskutieren, denn es gibt Skype (pfui, kein Datenschutz) und Zoom (schlechte Presse) und Jitsi (kann nicht mehr als 5 Teilnehmer vertragen) und Big Blue Button (muss man sich fĂŒr anmelden, nein, bitte, nicht noch ein Konto).

Sie merken wahrscheinlich schon, dass Ihnen das hier auch nicht weiterhilft. Öttepötten, sag ich nur.

Wenn Sie Tipps fĂŒr schöne Hörspiele oder Podcasts haben, schreiben Sie die ruhig in einen Kommentar.


In Zeiten des Coronvirus

Wir haben GlĂŒck mit dem Wetter. In den ersten Tagen, in denen sich die Pandemie in Deutschland langsam in ihrer ganzen GrĂ¶ĂŸe zeigt, ist wunderbares Wetter. Der Bauer dĂŒngt. Nicht so schön. Die Sonne scheint. Sehr schön. Wir kriegen das mit dem Abstand sehr gut hin. Unser jĂ€hrliches Treffen der Vereinsfrauen des Beginen Heute e.V. muss verschoben werden. Wir haben Mail und Threema. Auf Threema sprechen wir kurze Nachrichten, in denen jede Hofbewohnerin ihre Situation schildert. Das ist fĂŒr manche Frauen Neuland. Aber es macht Spaß und funktioniert fĂŒrs Erste.

Dosentelefon

Wir sind erfinderisch. In diesen frĂŒhlingshaften MĂ€rztagen ĂŒberwiegen Lebensfreude und Zuversicht. Das hatten wir uns sowieso fĂŒr die Fastenzeit vorgenommen: mehr Zuversicht, weniger Pessimismus. Die Latte liegt hoch. Wir alle haben beruflich oder im persönlichen Umfeld mit den Schattenseiten der Pandemie zu tun. Warum nicht vertrauen? Wir ĂŒben. Noch gelingt es uns.

Heute sind die ersten Pflanzen neu in die GĂ€rten gesetzt worden. Unkraut .. ach, nein, eher das ÜberflĂŒssige haben wir entfernt. Ansonsten wĂ€chst hier alles, wie es will. Auch wir. Kommen Sie ruhig und schauen Sie es sich an. Aber halten Sie bitte 3 m Abstand, zu Ihrem und unserem Schutz. Mit etwas GlĂŒck finden Sie die Kirche geöffnet und können ein Lied singen, eine Kerze anzĂŒnden, ein Gebet sprechen. Wie Sie wollen. Sie sind herzlich willkommen.