Die AG Verzicht der A4F

Eine Veröffentlichung in unserem Sinn hat die Arbeitsgemeinschaft Verzicht der Architekt*inn*en für die Zukunft Architects 4 Future auf ihre Website gesetzt. Da sie nicht barrierefrei zu lesen ist, stellen wir sie hier als PDF zum Download zur Verfügung. Unser Dank gebührt Sabine Sühlo, die uns das ermöglicht.

Sehr geehrte Herren und Damen!

Wenn Sie den ersten Abschnitt unfallfrei lesen konnten, sind Sie in mehreren Welten Zuhause, wissen zumindest von verschiedenen Sprachen und Ausdrucksweisen, kennen Abkürzungen und Themensetzungen. Es ist die Fülle, mit der wir zu tun haben, die Vielfalt. Wenn wir von Verzicht lesen, klingt das nach Abbau und Armut. Die Arbeitsgemeinschaft Verzicht hat in ihrem Papier einen eigenen Ausdruck für eine Lebenshaltung formuliert, die am Menschen Maß nimmt, nicht am Budget und nicht am Mainstream.

Wir müssen Bedingen schaffen, unter denen wir verzichten können.

AG Verzicht, A4F

Wie das gehen kann, wird grob skizziert. Wie wir das umsetzen, wird zu diskutieren sein. Das Papier ist nah an den Fragen, die auch wir und die Interessentinnen haben, die sich in der Zeit der Pandemie bei uns melden, weil sie hier leben wollen. Der erste Block ist immer die Versorgung im Alter. Viele Wohnprojekt lösen diese Forderung ein. Archichtektinnen können bei der Planung eines Wohnprojekt darauf einwirken, dass menschenwürdiges Leben möglich ist. Manche Entscheidung wird für Ottilie Normalverbraucherin schwer nachvollziehbar sein (wer kennt sich schon mit Baustoffen aus?).

Wir danken den Archiktektinnen, die sich für unsere Zukunft engagieren, sehr herzlich.

Links

https://naturbauweise.de/

https://www.architects4future.de/

Schuhkartons für Weihnachten

In Bochum wird es wieder die Schuhkartonaktion geben, bei der vom Schauspielhaus organisiert wird, was Obdachlosen in dieser Zeit gut tut und als Weihnachtsgeschenk in der Größe eines Schuhkartons Freude bereitet:

Zeitnah werden wir einen Blick in die Tagespresse werfen, weil dort immer noch mal informiert wird, was grad besonders nötig ist.

Wir sammeln auf dem Beginenhof unsere Päckchen und bringen sie zur Rotunde.

Für Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße sind folgende Dinge besonders wertvoll:
Mütze, Handschuhe, Schal, Socken, Unterwäsche; Hygieneartikel (abgepackte Seife, Handdesinfektion – Lotion oder Tücher) ,Pflege- und Hygieneprodukte (Duschgel, Einwegrasierer, Creme, Deo, Papiertaschentücher, Feuchttücher, Tampons oder Binden für Damen, Pflaster…), Kaffeesticks (löslicher Kaffee), Teebeutel, Tütensuppen, Kekse, Süßigkeiten, Hand und Zehenwärmer. Und sehr gerne noch dazu: einen handgeschriebenen Gruß.

ABGABE DER PÄCKCHEN:
Ihre selbstgepackten Geschenke können zu den Öffnungszeiten bzw. den unten angegebenen Zeiten bis zum 02.12.2020 bei folgenden Partner*innen des Vereins „Bochum hilft!“ abgegeben werden:

AWO Bochum, Bleichstr. 8, 9:30 – 15:00 • Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, Mo – Fr, 10:00 – 15:00 und 18:30 – 21:00 • Eiscafé Aus Zeit, Hattinger Str. 789 • Kleiner Glückspilz, Weststraße 112, Mi, 12:30 – 13:30 • LBS Bank, Massenbergstr. 17• Notunterkunft Höntrop, Höntroper Str. 99 • Prinz Regent Theater, Prinz-Regent-Str. 50 – 60 • Restaurant Artemis, Wasserstraße 419, Di – So, 17:00 – 22:00 • Rottstraße 5 Theater, Rottstraße 5 • Schauspielhaus Bochum, Kassenfoyer, Königsallee 15, 30.11. – 02.12.20, 10:00 – 18:00 • Sold Out Gallery, Königsallee 16 • Stadt Bochum – Amt für Soziales, Diekampstr. 26, Mo, Mi und Do, 09:00 – 13:00 • ver.di, Universitätsstr. 76 • Zwei Säulen Café, Hattinger Str. 796

Quelle: https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/1284/bochum-hilft

Morgenandacht mit uns

Nicole Richter war so freundlich, Tomke Gerdes zu interviewen. So erfahren Sie Einiges über unser Leben auf dem Hof und unser Christsein. Wir sind der einzige moderne Beginenhof mit einer Kirche (die wir uns nicht mehr leisten können, weshalb wir sie aufgeben müssen). Nicole Richter erinnert an Marguerite Porète, die kaum noch bekannt ist. Sie war eine Begine, eine gläubige Frau, die ihren Erfahrungen und Gotteserfahrungen traute – was wiederum der Kirche nicht passte, weswegen man sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Wir sind heute nicht mehr in der Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen. Das Leben auf dem Beginenhof ist ein Leben mit Frauen-Solidarität, mit der gemeinsamen Suche nach dem richtigen, guten Leben, keine halben Sachen, deshalb auch nicht immer einfach, aber immer voll Liebe.

Marguerite Porète und die Beginen heute – Eine Morgenandacht von Nicole Richter im WDR.

Das Manuskript

Kirche in WDR 2 | 26.09.2020 | 05:55 Uhr

Marguerite Porète und die Beginen heute

Autorin: Die Flammen lodern hoch – Menschen drängen sich dicht an dicht. Sie alle wollen dabei sein. Es ist Sommer1310. Heute soll Marguerite Porète auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Ihr Buch „Spiegel der einfachen Seelen“ hat viele verärgert, weil sie der kirchlichen Moral eine neue, mystische Freiheitslehre entgegensetzt. Marguerite Porète gehört zu den Beginen. Einer Bewegung von Frauen, die sich im 13. Jahrhundert für ein selbstbestimmteres Leben einsetzen. Denn: Damals konnten Frauen sich nur zwischen Ehe und Kloster entscheiden. Auch wenn Frauen heute mehr Wahlmöglichkeiten haben, gibt es sie trotzdem noch, die Beginen. Dr. Tomke Gerdes, 43 Jahre alt, zwei Kinder, lebt im Beginenhof in Bochum.

O-Ton: Es ist im Prinzip eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft hier auf unserem Hof. Wir helfen uns gegenseitig im Alltag z.B. bei Kinderbetreuung oder Einkäufen, sind füreinander da, nehmen Anteil am Leben der Anderen, allerdings ohne Familienersatz zu sein.

Autorin: Es ist eine besondere Atmosphäre, eine Oase mitten im Ruhrgebiet. Unweit von Bochum am Rand eines Landschaftsschutzgebietes stehen sechs Doppelhäuser und drei Einfamilienhäuser;

O-Ton: Unsere Kirche ist unser Mittelpunkt auf dem Hof, weil wir alle christlichen Glaubens sind. Wir kämpfen allerdings um die Finanzierung.

Autorin: Zwei Mal in der Woche feiern sie in ihrer Kirche ein Nachtgebet, meditieren, schweigen, singen zusammen – wenn nicht gerade Corona ist. Für ihr eigenes spirituelles Leben, aber auch als Einladung für Menschen aus dem Stadtteil.

O-Ton: Was uns grundsätzlich beschäftigt, ist die Frage: Was macht Begine sein aus heute? Wie wollen wir in unserer Gemeinschaft leben? Was kriegen wir neben der Kinderbetreuung in unserer Gemeinschaft gestemmt? Wie finanzieren wir die Gemeinschaftsflächen? Das sind so Themen, die in unseren Hofrunden immer wieder aufkommen und die auch wichtig sind.

Autorin: Die kleinste Wohnung kostet kalt ca. 550 € plus Nebenkosten. Dazu kommen noch Umlagen für Gemeinschaftsräume, eine Unterkunft für Übernachtungsgäste und die kleine Kirche. Für viele Frauen, die alleinstehend sind, ist das viel Geld. Für das sie aber auch viel bekommen: tolle Wohnungen in unterschiedlichen Größen in einer dorfähnlichen Atmosphäre. Dr. Tomke Gerdes bringt die Besonderheit des Wohnprojektes so auf den Punkt:

O-Ton: Kurz gesagt, es ist eine weltoffene, ökumenische Frauengemeinschaft, die vor allen Dingen Solidarität untereinander lebt. Und wir haben eine mittelalterliche Tradition, das heißt, die historischen Wurzeln geben auch Kraft für das, was wir gemeinsam anpacken möchten.

Autorin: Im Dachverband der Beginen sind sie europaweit vernetzt. So lebt der Geist einer Elisabeth von Thüringen, Mechthild von Magdeburg und Marguerite Porète bis heute weiter. Auch wenn sich die Zeiten Gott sei Dank geändert haben, teilen die modernen Beginen ihr altes Ziel: Ein selbstbestimmtes, freies Leben in einer solidarischen Gemeinschaft von Frauen.

Weitere Informationen:

www.beginenhof-bochum.de (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

https://www.neue-wohnformen.de(zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

www.historisches-lexikon-bayerns.de (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

https://www.heiligenlexikon.de/Orden/Beginen.htm (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

https://www.dachverband-der-beginen.de (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

Quellenangaben:
Pierre Stutz „Geborgen und frei – Mystik als Lebensstil“

https://pierrestutz.ch/geborgen-und-frei-4/ (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

https://www.randomhouse.de/Buch/Geborgen-und-frei/Pierre-Stutz/Koesel/e541932.rhd (zuletzt abgerufen am:14.08.2020)

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

Beim Aufräumen fanden wir diese Warnung

Sie kennen das: Erst schiebt eine das Aufräumen (Staubwischen, Briefschreiben, … ) vor sich her, dann kann eine gar nicht aufhören. Wir waren heute immerhin zu dritt. Die Eine putzte das Klavier (auseinandernehmen, putzen, wieder zusammensetzen; nein, es sind keine Teile übrig geblieben), die Andere ordnete das Besteck („Kann das weg?“), die Letzte kramte in den Papieren und fand dabei dies:

Diese „Warnung“ entspringt der christlichen Lebensweise der ersten Generation der Beginen, die im Beginenhof „Sinte Elisaneth“ in Amandsberg (bei Gent) wohnten

Warnung

Wer in meine Räume kommen will,
soll keines Menschen Fehler erzählen:
Seid fröhlich; sprecht von Gott!
Verleumdung ist hier verboten!

Ich begreife niemanden in seinem Sein,
denn ich habe genug an meinem:
Es ist auch gegen unsere Last,
die Gott uns angepasst.

Wenn wir vor Liebe brennen,
sehen wir keine Mängel,
keines anderen Menschen Missetat,
vielmehr unsere eigene Last.

Lasst uns leben ohne Klagen,
wollen wir uns an Gott erfreuen.
Seid demütig bis auf den Grund,
und ehrlich mit dem Mund.

Lebt ihr gern in Einigkeit,
haltet eure Seele in Frieden!

Und solltet ihr in große Not geraten,
wenn ihr bei Menschen sein müsst,
und hört dort manchmal traurige Geschichten,
vertraut auf Gott, der euch retten kann:

Die den Willen Gottes wählt,
gewinnt alle Zeit und ist nie verlassen.

…………….

Diese „Warnung“ war als Lebensregel ein täglicher Brunnen der Inspiration für alle Beginen in diesem „Hof“, die darum wetteiferten, Gott und ihre Nächsten lieb zu haben und ihnen zu dienen.
Auch viele andere Bewohnerinnen (Nicht-Beginen) diese „Hofes“ ließen sich von dieser Lebensregel der Beginen inspirieren. In einigen Häusern im „St. Elisabeth-Hofes“ hat es bis heute einen festen Platz.

Im Original:

Dese „Waerschouwinge“ ist ontsproten aan de christelijke levenswijsheid van de eerste generatie begijnen, die woonden in het Begijnhof „Sinte-Elisabeth“ te Sint – Amandsberg (bij Gent)

WAERSCHOUWINGE

DIE wilt koómen in myn‘ Zaelen,
Mag niemands gebrek verhaelen:
Zyt vrolyk; en spreékt van God:
Agterklap is hier verbod.
Ik begryp niemand in t‘ zyne,
Want ik heb genoeg aen ‚t myne:
‚T is ook tegen onzen last:
God heéft dit alzoo gepast.
Waeren my met liefd‘ ontsteéken,
Wy zagen geene gebreéken,
Noch geen ander mans misdaed;
Maer alleen ons eygen kwaed.
Laet ons leéven zonder kleegen,
Willen wy aen God behaegen.
Zyt ootmoedig in den grond,
En gestigtig in den mond.
Houd u geêrn in eenigheden,
Zoo bewaert g’uw ziel in vrede:
En ‚t zal u zyn groote pyn,
Als gy moet by menschen zyn.
Hoort gy somtyds droeve maeren,
Peyst op God, die u kan spaeren:
Die den Wille Gods verkiest,
Wint altyd, en nooyt verliest,
……………………………………………………………………

Deze „Waerschouwinge“, als leefregel was een dagelijkse inspiratiebron voor alle begijnen in dit „Hof“, die zich ijverden om God en hun naasten lief te hebben en te dienen.
Ook vele andere bewoners (niet-begijnen) van dit „Hof“ inspireerden zich aan deze leefregel van de begijnen. In menig huis in het „Sinte-Elisabteh-begijnhof“ heeft het ook nú een vaste plaats.

Schön, oder?

Jetzt wird ’s ernst

Die Ersten kommen aus dem Urlaub zurück. Wir haben in den letzten Wochen wie wild Anfragen beantworten müssen. Interessant, wer so alles hier wohnen möchte. Alle wollen sie hierhin. Wir wollen mal wieder raus. Oder zumindest mehr Gemeinschaft haben dürfen.

Unter strengen Auflagen findet das Bundesbeginentreffen Ende August in Haus Neuland in Bielefeld statt. Diesmal wird die Keyspeakerin Friederike Oberheim von Fridays For Future kommen und uns geht ein bisschen die Muffe, dass unsere beiden Delegierten den Kopf gewaschen bekommen werden. Divers wie wir sind, essen wir auch mal gern Pommes mit Currywurst, aber wir merken schon, dass das nicht nur lustig ist. Unsere Fokussierungen sind unterschiedlich und widersprechen sich. Wir werden oft gefragt, was wir denn so sozial für den Stadtteil oder die Flüchtlinge machen. Es ist nicht leicht zu erklären, dass wir nicht als Ganzes aktiv sind, sondern als Einzelne oder in kleinen Einheiten – je nach unseren Stärken und Interessen.

Bei aller Diversität müssen wir uns die Frage stellen, was wir angesichts der Klimakrise als Verein und Gemeinschaft tun. In Vorbereitung des Bundesbeginentreffens gehen wir in Klausur mit folgenden Impulsen, die zum Handeln führen werden:

  • Was aktiviert mich?
  • Was hindert mich?
  • Was trage ich bei?
  • Was brauche ich?

Wir sammeln unsere Beiträge in einem Onlinepad und Sie können sich gerne daran beteiligen: https://pad.luki.org/p/Klimaschutz . Oder Sie hinterlassen uns einen Kommentar. Wie auch immer: Wir machen ernst mit Klimaschutz. Versprochen.