Wann hat man als Erwachsene eigentlich noch die Gelegenheit, sich hemmungslos auszutoben, durch den Matsch zu robben und am Ende von Kopf bis Fuß dreckig zu sein – ohne schiefe Blicke zu ernten? Und ganz nebenbei herauszufinden, ob das regelmäßige Fitnesstraining tatsächlich etwas gebracht hat?
Auf der Suche nach einer Antwort bin ich auf Hindernisläufe gestoßen. Die meisten wirkten auf mich zunächst ziemlich ernst: martialische Namen, harte Kerle, Wikinger-Optik. Nicht so ganz mein Ding. Dann entdeckte ich Frauen-Hindernisläufe – mit vielen lachenden Gesichtern, guter Stimmung und sogar einem Engagement im Kampf gegen Brustkrebs. Genau das hatte ich gesucht!
Zum Glück war ich nicht die Einzige mit Lust auf etwas Verrücktes. Schnell fanden sich vier motivierte Frauen des Beginenhofs zusammen, und schon waren wir als „Team Tempolimit“ angemeldet.
Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg nach Gelsenkirchen. Schon auf dem Gelände der Trabrennbahn war die Stimmung einfach großartig. Überall traf man auf kreative Teams mit originellen Namen und lustigen Outfits. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir pinkfarbene Perücken, die mit kleinen Flamingos geschmückt waren.
Das Aufwärmprogramm begann mit einer fröhlichen Polonaise – und ehe wir uns versahen, fiel der Startschuss. Zum Glück hatte sich eine Frau unserer Gemeinschaft bereit erklärt, uns von außerhalb der Strecke anzufeuern und gleichzeitig als Fotografin zu fungieren. Das erste Hindernis war noch harmlos: Wir wateten „nur“ bis zur Hüfte durch den Schlamm. Doch schon beim zweiten Hindernis wurde es ernst – oder besser gesagt: richtig matschig. Hier mussten wir tatsächlich durch ein Schlammbad tauchen. Spätestens danach gab es kein Zurück mehr. Auch Pool und Schaumbad konnten den Dreck nicht wirklich entfernen, aber das war völlig egal. Die Stimmung war fantastisch! Bei jedem Schritt machten unsere Schuhe lustige Quatschgeräusche, während sich der Matsch seinen Weg nach draußen suchte. Herrlich! Die Hindernisse fanden wir abwechslungsreich und spaßig. Und wenn etwas einmal schwieriger wurde, halfen sich alle gegenseitig. Genau das machte den Lauf so besonders: Es ging nicht um Bestzeiten, sondern darum, gemeinsam ins Ziel zu kommen.
Wie viel Glück wir mit dem Wetter hatten, merkten wir kurz vor dem Ziel. Plötzlich verschwand die Sonne hinter den Wolken, der Wind frischte auf und innerhalb weniger Minuten wurde es richtig ungemütlich. Zum Glück war der Spuk genauso schnell vorbei, wie er gekommen war.
Nach dem Zieleinlauf wartete dann das berühmte „letzte Hindernis“ auf uns: die Duschen. Die waren durchaus rustikal. Das Wasser war eiskalt, der Wasserstrahl überraschend kräftig, und Seife oder Shampoo waren nicht erlaubt, damit das Wasser recycelt werden konnte. Entsprechend begrenzt war der Reinigungseffekt. Wirklich sauber fühlten wir uns danach jedenfalls nicht.
Zum Glück halfen Pommes und Bratwurst dabei, uns schnell wieder mit der Welt zu versöhnen. Zu Hause zeigte sich dann, wie gründlich der Schlamm gearbeitet hatte: Erst nach drei Haarwäschen waren bei mir die letzten Reste verschwunden.
Fazit
Dieser Lauf hat unglaublich viel Spaß gemacht! Ganz nach dem Motto auf den T-Shirts haben wir die Strecke in unserem eigenen Tempo gemeistert, uns gegenseitig unterstützt und jede Menge gelacht. Am Ende waren wir zwar völlig verdreckt, aber gut gelaunt.
Nun bleibt noch eine Frage: Wiederholen wir das im nächsten Jahr? Soviel Glück, wie wir an diesem Tag auch mit dem Wetter hatten, wird wohl schwierig zu toppen sein!